RECHT AKTUELL

 

Neue Düsseldorfer Tabelle zum Kindesunterhalt tritt ab 01. Januar 2018 in Kraft

 

Im Vergleich zur Düsseldorfer Tabelle aus dem Jahr 2017 haben sich die einzelnen Zahlbeträge in den jeweiligen Einkommens- und Altersstufen erhöht.

Das Besondere an der neuen Düsseldorfer Tabelle ist jedoch, dass die meisten Unterhaltspflichtigen – obwohl die Zahlbeträge in den einzelnen Stufen gestiegen sind – dennoch weniger Unterhalt werden bezahlen müssen.

Grund dafür ist, dass sich im Jahr 2018 nicht nur die Unterhaltsbeträge geändert haben, sondern auch die Einkommensstufen neu geordnet wurden:

Wer über ein unterhaltsrechtliches Einkommen bis zu 1.500,00 € verfügte, musste nur den Mindestkindesunterhalt leisten. Bei einem unterhaltsrelevanten Einkommen von über 1.500,00 € bis maximal 1.900,00 € war Kindesunterhalt nach der zweiten Einkommensstufe, somit 105% zu bezahlen.

Diese beiden Einkommensstufen sind nun in der neuen Düsseldorfer Tabelle 2018 zusammengelegt worden. Das bedeutet, dass der Mindestkindesunterhalt nunmehr von allen Unterhaltspflichtigen zu leisten ist, die ein unterhaltsrechtlich relevantes Einkommen von bis zu 1.900,00 € zur Verfügung haben und nicht mehr wie früher nur bis 1.500,00 €.

Die Konsequenz ist, dass Unterhaltsverpflichtete, die aufgrund ihres Einkommens im Vorjahr noch in die zweite Einkommensstufe einzuordnen waren und Kindesunterhalt in Höhe von 105% des Mindestunterhaltes leisten mussten, ab dem neuen Jahr – bei gleichem Einkommen  - nur noch in die erste Einkommensstufe einzuordnen sind und daher einen geringeren Kindesunterhalt, nämlich lediglich 100% des Mindestunterhaltes, zahlen müssen.

Da die gesamten Einkommensgruppen neu festgelegt wurden kann es somit passieren, dass ein Unterhaltspflichtiger zukünftig ab dem Jahr 2018 einen geringeren Kindesunterhalt schuldet als bisher.

Was tun bei tituliertem Unterhalt?

Ist die Unterhaltsverpflichtung durch eine Jugendamtsurkunde, einen gerichtlichen Beschluss oder in einem gerichtlichen Vergleich tituliert, kann der Unterhaltspflichtige nicht eigenmächtig den Unterhalt aus einer niedrigeren Einkommensstufe zahlen. Tut er dies dennoch, muss er mit Zwangsvollstreckungsmaßnahmen rechnen.

Es ist daher ratsam, rechtzeitig mit dem Unterhaltsberechtigten Kontakt aufzunehmen, sofern ein Unterhaltsverpflichteter wegen der Änderung der Düsseldorfer Tabelle in eine niedrigere Einkommensstufe rutscht. Sofern außergerichtlich keine Einigung mit dem Unterhaltsberechtigten erzielt werden kann, sollte ein Abänderungsverfahren beim Familiengericht durchgeführt werden.

Unterhaltsverpflichtete sollten daher rechtzeitig vor Inkrafttreten der Düsseldorfer Tabelle ihre Unterhaltspflicht prüfen lassen.“


Neue Verordnung zur Zertifizierung von Mediatoren

 

In der Anwaltskanzlei Dr. Kellermann-Körber & Kollegen haben sich die zwei Fachanwältinnen, Dr. jur. Karin Kellermann-Körber und Iris Kellermann-Gulde, zu zertifizierten Mediatorinnen BAFM fortgebildet. Seit 1. September 2017 ist eine Verordnung in Kraft, wonach Mediatoren mit besonderen Qualifikationen sich „zertifizierte(r) Mediator/in“ bezeichnen dürfen. Diese Bezeichnung ist seit 2012 durch § 5 Abs. 2 des Mediationsgesetzes gesetzlich geschützt. Nunmehr dürfen sich diejenigen als zertifizierte Mediatoren bezeichnen, die eine Mediationsausbildung in umfangreichem Umfang absolviert haben, mehrere Praxisfälle mediiert haben und in Supervisionen reflektiert haben. Außerdem müssen regelmäßige Fortbildungen besucht werden. Diese Zertifizierung gewährleistet den Mandanten eine professionelle Mediation mit hohen Erfolgschancen bei einer einverständlichen außergerichtlichen Regelung.